Sonntag, 11. April 2010

ARD, Massenmedien und die Dinge an sich




Das Ding an sich sei unerkennbar, meinte schon Kant. Wenn die Beobachtung von Beobachter zu Beobachter weitergereicht wird, dann darf der Endbeobachter am Ende der Kette nicht erwarten, er erkenne das Ding an sich. Er bekommt eine Zusammenstellung von Beobachtungen und Vorstellungen, mit denen die einzelnen Beobachter ihre Beobachtungen gemacht haben, die blinden Flecken addieren sich dann (manche erfinden sie auch gleich ganz selbst, wie der legendäre Tom Kummer u.a.).



- ARD besteht seit 60 Jahren: leider! Es wäre höchste Zeit, den Tanten-, Oberlehrer- und Unterhaltungsladen zu schließen bzw. zu verkaufen und damit die Zwangs-Gebühren um 2/3 zu kürzen. Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks war und ist die seriöse Informationsgrundversorgung. Daraus wurde ein riesiger Unterhaltungsladen. Die klassischen Nachrichten gibt es nur noch beim Deutschlandfunk, bei den ARD-Sendern ist daraus ein Sammelsurium von weltweiten Katastrophennachrichten, nur wenigen ernsthaften politischen Informationen, meist völlig fehlenden Wirtschaftsnachrichten, Sportmeldungen, Schauspielerblödsinn und Lottozahlen geworden. Das ist bei den privaten Sendern überwiegend noch schlimmer, aber sie haben, anders als die ARD, Wirtschaftsnachrichtenformate entwickelt, die TELEBÖRSE bei dem sonst lächerlichen n-tv war damals eine Pioniertat mit Friedhelm Busch, die MITTAGSBÖRSE bei n24 ist immer noch besser als das, was die ARD nachgemacht hat.
Die FAZ, die NZZ und Focus haben inzwischen ihr Angebot so stark ausgeweitet und verbessert, namentlich das sehr gute FAZFINANCE.NET, das man nur über den grünen Klee loben kann, daß ich praktisch kein ARD und auch kein ZDF mehr sehe. Und auch nur sehr wenig 3sat und arte. Also die ARD einsparen: Krimiklimbim, Kochkram und Tantentalkschauen können die privaten genau so schlecht. Das ZDF könnte man zu einer erstklassigen, rein seriösen, knochenhart anspruchsvollen Informationsanstalt eindampfen, den Unterhaltungsfilmteil kann man ganz arte überlassen. Das würde ein Qualitätssignal setzen und die GEZ-Gebühren auf mon. 50 Cent senken. Wäre doch schön.

- Am Rande: Im Karbon in seinem damaligen gab es offenbar noch so wenig Sauerstoff, daß die damalige Pflanzenwelt in der CO2-Atmosphäre nicht verrotten konnte, sondern verkohlte. Daher der Name KARBON (carbo, lat. Kohle).