Freitag, 12. August 2016

Heikler Monotheismus






Trübe Frage: wann wird der Monotheismus nicht dogmatisch oder fanatisch?
Nur, wenn er stark geschwächt ist. Ansonsten droht immer von monotheistischen Vereinen, was der Römling Nieheim (1345-1418) so anmerkt:  s. Zitat-Foto links (aus Sarrazin, Der neue Tugendterror, 2015)

Daher sollte man vielleicht monotheistische Vereine grundsätzlich nicht anerkennen und ihnen keinerlei Vergünstigung einräumen oder gar Hilfsdienste leisten. Eine geheimdienstliche Überwachung empfiehlt sich als Standard.
Zugleich sollte man klarer unterscheiden zwischen Religionen, Kulten und Okkulten.
Als Religion wäre nur anzuerkennen, wo eine Individualbeziehung zu dem vorgestellten Gott vorgesehen ist. Dies ist in der Hauptsache nur im Christentum der Fall, teilweise auch im Mosaismus, speziell im Protestantismus.
Kulte dienen vor allem der Machtausübung über Kollektive, die durch äußerlich Rituale gelenkt werden; die metaphysische Anbindung dient den Führern zur Dekoration und zur Herstellung von weihevoller Stimmung.

Vergl. auch:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2015, Nr. 39, S. 12
Wie auch Christen und Buddhisten metzeln
Das Gewaltpotential von Religionen steht nach den Anschlägen in Paris und Kopenhagen im Zentrum der Aufmerksamkeit und prägt die Wahrnehmung des Islams. Aber die anderen Weltreligionen stehen nicht zurück.

Von Gerd Althoff, Thomas Bauer und Perry Schmidt-Leukel

Als Saladin mit dem Kampf gegen die Kreuzfahrer beschäftigt war, verfasste der Historiker Ibn Schaddad im Jahre 1188 für ihn ein Buch mit dem Titel "Die Vorzüge des Dschihad". Das Buch ist keine Aufstachelung zum Kampf, sondern ein juristisches Werk, in dem ausführlich diskutiert wird, was im Krieg alles erlaubt ist und was nicht, bis hin zur Frage, ob man Pferde der Feinde töten darf. Saladin hat das Buch studiert und sich als frommer Mann, der er war, auch an die Regeln gehalten, was viel zu seinem Ruf als besonnener Herrscher beigetragen hat.

Hieran zeigt sich die zweischneidige Konsequenz der oft erwähnten Tatsache, dass der Religionsstifter des Islams selbst Kriege geführt hat. Einerseits machten es die Feldzüge des Propheten relativ einfach, kriegerische Handlungen gegen Nichtmuslime zu rechtfertigen, andererseits verlangt das Vorbild des Propheten aber auch, Regeln und Grenzen einzuhalten, die man aus dessen Verhalten im Krieg ableiten kann. Dies führte früh zu einer Verrechtlichung des Krieges. Dabei war es nicht genug, einzelne Koranstellen herauszupicken. Bekanntlich finden sich im Koran sowohl versöhnliche als auch kriegerische Passagen. Hinzu kommen Hadithe, also mehr oder weniger zuverlässige Überlieferungen über die Taten und Aussprüche des Propheten, die die koranischen Stellen erklären und ergänzen, aber selbst wiederum nicht frei von Widersprüchen und Unklarheiten sind. ..."